

Von der Hungersnot zum Fest: Entdecken wir ein traditionelles sizilianisches Rezept, um Santa Lucia am 13. Dezember zu feiern!
Dieses Fest ist ein besonders bedeutendes und gefühltes Ereignis in der sizilianischen Kultur, wird aber auch in anderen italienischen Regionen und Ländern gefeiert.
In Sizilien erzählt die Legende, dass es im 17. Jahrhundert eine schwere Hungersnot gab und die Bevölkerung am Ende ihrer Kräfte war. Eines Tages legte plötzlich ein Schiff voller Weizen im Hafen an (umstritten, ob es der von Syrakus oder Palermo war). Die Einwohner, erschöpft vom Hunger, warteten nicht darauf, den Weizen zu Mehl zu mahlen, um daraus Brot zu backen, sondern kochten ihn einfach und würzten ihn mit Salz und Öl. Eine einfache Mahlzeit, aber immerhin eine Mahlzeit!
Die Bevölkerung schrieb das Wunder des Schiffsankommens Santa Lucia zu, und seit diesem Tag entstand der sizilianische Brauch, die Heilige zu danken, indem man gekochten Weizen zubereitete und am 13. Dezember, dem Tag ihres Martyriums, kein Mehl verwendete.
In Sizilien isst man am 13. Dezember weder Brot noch Pasta, da diese aus Mehl bestehen – ein Bestandteil, der an dem Tag, an dem die Hungersnot endete, nicht gegessen wurde.
Aber das bedeutet nicht, dass es ein Tag der Entbehrung ist, ganz im Gegenteil… es ist ein Fest! Der gekochte Weizen, den die hungernden Sizilianer vor Jahrhunderten aßen, wurde zu einer Reihe köstlicher Zubereitungen, die alle die gleiche Eigenschaft teilen: sie enthalten kein Mehl! Die bekanntesten Rezepte sind: Cuccìa (siehe unten), Panelle und Arancini.
Cuccìa ist ein porridge-ähnliches Gericht und kann süß oder herzhaft zubereitet werden; Panelle sind Kichererbsenmehl-Fritters; Arancini sind Reisbällchen, gefüllt mit verschiedenen Zutaten.
In vielen Teilen Italiens bringt Santa Lucia die Geschenke für Kinder, nicht der Weihnachtsmann. Es heißt, dass die Heilige am Vorabend des 13. Dezembers auf einem Esel reist. Kinder stellen Schüsseln mit Milch und Karotten bereit, damit Santa Lucia ihnen etwas Besonderes hinterlässt.

Süße Cuccìa
Ein einfach zuzubereitendes Dessert mit sehr alten Ursprüngen
Zutaten
- 1 kg frische Schafsr Ricotta
- 500 g vorgekochter Weizen
- 300 g Zucker
- 100 g Schokoladentropfen
- 100 g Engelshaar (in feine Streifen geschnittenes kandiertes Kürbis)
- Zimt nach Geschmack
- Prise Salz
- ½ Prise Natron
- Wasser nach Bedarf
Zubereitung
- Die Ricotta in ein Sieb über einer Schüssel geben und im Kühlschrank stehen lassen, bis die gesamte Molke abgetropft ist (Tipp: am Tag zuvor vorbereiten).
- Die Ricotta durch ein feines Sieb streichen, um eine glattere Konsistenz zu erhalten.
- Den Weizen gibt es auf zwei Arten zu kochen. Eine Möglichkeit ist, ihn drei Tage lang in Wasser einzuweichen, dann abtropfen zu lassen und etwa 50 Minuten im Schnellkochtopf zu kochen (mit einer Prise Salz und einer halben Prise Natron). Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Weizen in Wasser mit Salz und Natron 6–8 Stunden bei sehr niedriger Hitze zu kochen, dann die Hitze auszuschalten, den Topf mit einem Deckel und einem sauberen Tuch abzudecken und über Nacht stehen zu lassen.
- Den Weizen in seinem Kochwasser abkühlen lassen, abtropfen und dann mit Ricotta, Schokoladentropfen und kandiertem Kürbis mischen.
- Mit Zimtpulver bestreuen.
Die Cuccìa sollte im Kühlschrank aufbewahrt und kalt als Dessert serviert werden.