

Wenn Sie sich in der Emilia befinden, grob gesagt in dem Gebiet zwischen Parma und Bologna, und eine typische Trattoria besuchen, werden Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit verlockende goldene Rechtecke aus Hefeteig serviert – außen knusprig und innen weich. Das sind die Crescentine, eines der beliebtesten und bekanntesten Street-Food-Gerichte der emilianischen Küche.
Doch klären wir zunächst eine Frage, die für Nicht-Einheimische schnell zu einem sprachlichen Labyrinth werden kann. Je nach Gegend trägt dieses Gericht nämlich unterschiedliche Namen: In Parma bestellt man eine „Pizza fritta“, im Raum Bologna eine „Crescentina“, während man in Modena oder Reggio Emilia „Gnocco fritto“ verlangt. Wie auch immer der Name lautet – serviert wird stets dasselbe: ein einladender Korb voller Rechtecke (oder Rauten) aus Teig, die in reichlich heißem Öl (oder traditionell in Schmalz) ausgebacken werden und sich beim Frittieren zu weichen Kissen aufblähen, bereit für Wurst und Käse.
Frittierte Crescentine sollten heiß serviert und gegessen werden. Sie eignen sich perfekt als herzhafte Vorspeise oder für ein ungezwungenes Abendessen mit Freunden – mit Aufschnitt, Käse, Marmelade oder sogar Schokoladenaufstrich. Doch auch kalt sind sie köstlich: In der Poebene genießen Großeltern sie sogar zum Frühstück, indem sie sie statt Brot in den Milchkaffee tauchen.
Crescentine bestehen aus wenigen Zutaten und sind einfach zuzubereiten. Für ein optimales Ergebnis – locker und nicht zu fettig – sollten jedoch diese goldenen Regeln beachtet werden:
- den Teig dünn ausrollen;
- dem Teig ausreichend Ruhezeit geben;
- traditionell mit Schmalz frittieren (für eine leichtere Variante kann auch Öl verwendet werden, wie in unserem Rezept);
- bei mittlerer, gleichmäßiger Temperatur frittieren, damit sie schön goldgelb bleiben.
Jetzt wissen Sie alles über Crescentine – also legen Sie los! Kneten, ausrollen und frittieren Sie drauflos: Mit unserem einfachen Rezept bringen Sie ein fluffiges, schmackhaftes und gut bekömmliches Gnocco fritto auf den Tisch, das Ihren Abenden mit Freunden oder Familie das gewisse Extra verleiht.

Crescentine (gnocco fritto)
Ein Klassiker aus der Emilia: außen knusprig, innen weich – perfekt zu Wurst und Käse
Zutaten
- 500 g Mehl Type 0
- 1 Würfel frische Hefe
- Knapp ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure
- Weniger als ein halbes Glas Bier
Zubereitung
- Mehl und Hefe in ¾ Mineralwasser und ¼ Bier auflösen, sodass ein weicher Teig entsteht.
- Den Teig etwa eine Stunde ruhen lassen und anschließend mit dem Nudelholz dünn ausrollen.
- Mit einem gewellten Teigrädchen (auf Italienisch Speronella, benannt nach dem Reitersporn am Stiefelabsatz) Rechtecke oder Rauten in gewünschter Größe ausschneiden.
- Die Crescentine in einem hohen, breiten Topf in reichlich Öl frittieren.
- Sobald das Öl heiß ist, die Crescentine hineingeben und nach drei Sekunden wenden.
- Um zu prüfen, ob das Öl die richtige Temperatur hat, eine einzelne Crescentina hineingeben: Sie sollte pro Seite in höchstens drei Sekunden goldbraun werden.