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Ricciarelli senesi

Die Ricciarelli aus Siena: ein Schatz, den es zu entdecken gilt

Stellen Sie sich vor, Sie schlendern bei Sonnenuntergang durch die Gassen von Siena, die Luft erfüllt von gerösteten Aromen: Dort entsteht der Duft der Ricciarelli, jener ikonischen kleinen Kekse, die außen leicht knusprig sind und dann in einem weichen Mandelkern zergehen, umhüllt von einem Schleier aus Puderzucker und Orangenschale.
Diese traditionellen Süßigkeiten sind ein Grundpfeiler der toskanischen Konditorei, durch die g.g.A. geschützt und in Jahrhunderten handwerklicher Meisterschaft verwurzelt. Ein Bissen versetzt Sie zurück ins Herz der Renaissance, als Adelige und Nonnen einfache Zutaten in höfische Kostbarkeiten verwandelten.
Heute lernen wir, sie nach dem Rezept unserer Cesarina Silvia aus Abbadia San Salvatore zuzubereiten. Silvia, Hüterin von über Generationen weitergegebenen Geheimnissen, führt uns Schritt für Schritt durch ihre Familienversion, bereichert durch ihre Bergnote.

Meine Großmutter war aus Siena; sie legte unter jeden Ricciarello ein kleines Stück Oblate, damit sie weniger an den Händen und vor allem am Backblech klebten – damals gab es noch kein Backpapier. Ich führe ihre Tradition fort, um diesen einzigartigen Geschmack von Zuhause lebendig zu halten.“

Ein Bissen Geschichte

Die Geschichte der Ricciarelli reicht bis ins Mittelalter zurück und ist eng mit der Tradition des Marzipans verbunden, das vermutlich aus dem Orient nach Siena kam. Der heutige Name „Ricciarello“ ist mit einer eindrucksvollen Legende verknüpft. Man erzählt, dass der sienesische Ritter Ricciardetto della Gherardesca nach seiner Rückkehr von den Kreuzzügen im Heiligen Land die Idee orientalischer Mandelsüßigkeiten mitbrachte.
Diese erinnerten an die Form von Babouches (den typischen, vorne hochgebogenen Pantoffeln der Sultane), woraus sich der Name ricciarelli („kleine Gekräuselte“) ableiten soll.
In jüngerer Zeit wurden diese Süßigkeiten in der lokalen Gastronomie „marzapanetti alla senese“ genannt, ein Name, der ihre Herkunft vom Marzipan unterstreicht, das damals in Klöstern und Werkstätten verbreitet war.
Im März 2010 erhielten die Ricciarelli di Siena die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) und wurden damit das erste italienische Ofensüßwarenprodukt, das diesen Schutz von der Europäischen Union erhielt. Heute dürfen Ricciarelli nur dann das g.g.A.-Siegel tragen, wenn sie ausschließlich in der Provinz Siena hergestellt werden.

Ricciarelli senesi

Ricciarelli senesi

Marzipankekse der toskanischen Tradition

SchwierigkeitMittel
Zubereitungszeit1h
Kochzeit18m
KostenMittel

Zutaten

  • 200 g Mandelmehl
    2 Eiweiß bei Raumtemperatur
    200 g Puderzucker (+ 100 g zum Bestäuben)
    Fein abgeriebene Schale von 1 Orange
    1 Teelöffel Zitronensaft

Zubereitung

  • Schlagen Sie das Eiweiß mit der geriebenen Orangenschale und dem Zitronensaft, bis eine leichte Schaumbildung entsteht.
  • Fügen Sie das Mandelmehl (das Sie durch Mixen bereits geschälter Mandeln herstellen können) und den Puderzucker hinzu.
  • Rühren Sie mit einem Löffel, bis eine homogene, kompakte Masse entsteht, ähnlich einem kleinen Teigball, und wickeln Sie diese in Frischhaltefolie.
  • Lassen Sie den Teig 24 bis 36 Stunden im Kühlschrank ruhen.
  • Nach der Ruhezeit entnehmen Sie esslöffelgroße Portionen und formen kleine Zylinder.
  • Drücken Sie sie mit der Handfläche auf etwa 1 cm Dicke und formen Sie die Enden spitz, sodass die typische Kornform entsteht.
  • Legen Sie die Ricciarelli auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und lassen Sie etwa 5 cm Abstand zwischen ihnen.
  • Befeuchten Sie die Oberfläche leicht mit einem Pinsel und bestäuben Sie sie mit Puderzucker.
  • Backen Sie sie im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene bei 150°C für 5 Minuten.
  • Erhöhen Sie dann die Temperatur auf 170°C und backen Sie weitere 5–6 Minuten.
  • Reduzieren Sie schließlich auf 160°C und backen Sie nochmals 5–6 Minuten.
  • Nach dem Backen auf ein Gitter legen und vollständig auskühlen lassen.
  • Achtung: Nehmen Sie sie mit einem Spatel aus dem Ofen und behandeln Sie sie sehr vorsichtig, da sie im warmen Zustand noch sehr weich sind.

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