

Heute haben wir das Vergnügen, uns mit unseren Cesarini Chiara und Francesco aus Turin zu unterhalten – ein kochbegeistertes Paar aus dem wunderschönen Sizilien, einem Land voller Sonne, Meer und intensiver Aromen. Heute leben sie gemeinsam in der piemontesischen Hauptstadt, doch sie tragen die ganze Wärme und die Traditionen ihrer Heimatinsel im Herzen und vor allem in ihrer Küche.
Chiara und Francesco haben das Heimweh in eine wunderbare Gelegenheit zum Teilen verwandelt. Selbst Hunderte von Kilometern entfernt bleibt ihre Küche eine Brücke zwischen Nord und Süd. Für sie bedeutet Kochen auch, mit den eigenen Wurzeln verbunden zu bleiben und sie jenen näherzubringen, die noch nicht das Privileg hatten, das echte Sizilien zu kosten und zu besuchen (wenn ihr die Sehenswürdigkeiten Siziliens entdecken möchtet, werft einen Blick auf unseren Mini-Guide zur Insel).
Chiara und Francesco bieten in ihrem kleinen Turiner Dachgeschoss authentische Erlebnisse an, die von der sizilianischen Küche inspiriert sind und dazu gedacht sind, die unwiderstehlichen Köstlichkeiten ihrer Heimat zu entdecken und vor allem zu genießen. Jedes Erlebnis ist eine echte Reise durch die Düfte und Aromen Siziliens: In ihren Kochkursen führen sie euch zur Entdeckung der hausgemachten Pizza und der großen Klassiker des sizilianischen Streetfoods, wie gefüllte Calzoni, Ravazzate und die köstlichen Iris mit Ricotta.
Die eigene Heimat zu verlassen ist nie eine leichte Entscheidung, besonders wenn es sich um ein Land wie Sizilien handelt, wo jeder Duft, jeder Geschmack und jede alltägliche Geste eine Geschichte erzählt, die aus von Generation zu Generation weitergegebenen Traditionen besteht.
Jedes Mal, wenn sie eine Pizzetta, einen Calzone oder einen Iris mit Ricotta zubereiten, kochen sie nicht einfach nur: Sie knüpfen den unsichtbaren Faden neu, der sie mit ihrer Insel verbindet.
Diese Aromen mit den Menschen in ihrem Umfeld und mit ihren Gästen zu teilen, ist ihre Art, sich ihrer Heimat weniger fern zu fühlen und Sizilien selbst Hunderte von Kilometern entfernt lebendig werden und weiterleben zu lassen.

Wie ist deine Leidenschaft für die italienische Küche entstanden?
Chiara:
Meine Leidenschaft für die italienische Küche ist ganz natürlich entstanden. Schon als Kind habe ich gerne am Herd experimentiert. Mit der Zeit wurde aus dieser anfänglichen Neugier etwas Tieferes. Während meiner Studienjahre, fern von zu Hause, musste ich lernen, selbstständig zurechtzukommen… und genau dort wurde die Küche zu einer echten Entdeckung, zu einem Ort des Experimentierens.
Ich bin Chemikerin, und für mich ist die Küche wie eine Erweiterung des Labors: Letztendlich ist Chemie in der Küche immer präsent!
Francesco:
Meine Leidenschaft fürs Kochen begann schon in meiner Kindheit. Es war meine Mutter, eine echte sizilianische Frau, neugierig und unermüdlich am Herd, die mir die Liebe zum Essen vermittelt hat. In einem Haus aufzuwachsen, in dem man jeden Tag Düfte, Traditionen und mit Sorgfalt zubereitete Rezepte erlebt, hat mich gelehrt, die Küche nicht nur als Nahrungsaufnahme zu sehen, sondern als eine echte Geste der Liebe und des Teilens.
Wie hast du die Community Cesarine kennengelernt?
Chiara:
Ich habe die Cesarine vor einigen Jahren entdeckt, als ich eine Sendung mit Chiara Maci gesehen habe: Es ging um traditionelle Küche, und dort wurden auch die Cesarine vorgestellt. Die Idee hat mich sehr neugierig gemacht, blieb aber zunächst im Hintergrund.
Erst vor Kurzem musste ich wieder an diese Sendung denken und habe online nachgesehen, ob die Community noch aktiv ist – und ich habe entdeckt, dass es sie nicht nur noch gibt, sondern dass sie lebendiger ist denn je! Ich hatte keine Zweifel: Ich habe mich sofort angemeldet!
Francesco:
Ich habe die Community Cesarine durch einige Fernsehsendungen kennengelernt, in denen Geschichten von leidenschaftlichen Menschen erzählt wurden, die ihre Haustüren öffneten, um Rezepte und regionale Traditionen zu teilen. Von Anfang an hat mich der herzliche Geist fasziniert, der in jeder Geschichte spürbar war.
Was erwartest du dir von deiner Erfahrung mit Cesarine?
Chiara:
Ich erwarte eine bereichernde Erfahrung auf menschlicher und kultureller Ebene. Meine erste Erfahrung, erst letzten Sonntag, war wunderschön!
Ich hoffe, immer mehr Menschen kennenzulernen, verschiedene Kulturen durch das Essen zu entdecken und Rezepte sowie Geschichten auszutauschen. Für mich bedeutet Kochen auch Experimentieren und Freude – und es gemeinsam mit anderen zu tun, macht es noch besonderer!
Francesco:
Von dieser Erfahrung erwarte ich, meinen Horizont zu erweitern und meinen kulturellen Hintergrund durch die Begegnung mit neuen Menschen aus verschiedenen Teilen Italiens und der Welt zu bereichern. Ich möchte allen, die mein Zuhause betreten, die Liebe und Leidenschaft vermitteln, die ich für das Kochen empfinde, in der Hoffnung, sie mit derselben Begeisterung anzustecken, die mich jedes Mal begleitet, wenn ich ein Gericht zubereite. Für mich bedeutet Kochen Teilen und Entdecken, und ich glaube, dass diese Community der ideale Ort ist, um diese Werte voll und ganz zu leben.
In euren Erlebnissen bietet ihr wirklich besondere Gerichte an, wie die sizilianischen Iris und die sizilianischen Ravazzate, die mit der Tradition und dem Gebiet eurer Heimat verbunden sind. Gibt es einen bestimmten Grund, warum ihr gerade diese Zubereitungen ausgewählt habt, um sie mit euren Gästen zu teilen? Möchtet ihr uns eine Anekdote oder eine Erinnerung erzählen, die mit diesen Gerichten verbunden ist?
Wir sind beide Sizilianer, leben aber seit mehreren Jahren in Turin. Auch wenn uns diese Stadt gut aufgenommen hat, fehlt uns oft die Wärme unserer Heimat, jene spontane Geselligkeit, die man in Sizilien jeden Tag spürt, besonders am Esstisch.
Aus diesem Grund versuchen wir, wenn wir zu Hause sind, die Düfte und Aromen der Insel durch die Rezepte unserer Kindheit wieder aufleben zu lassen. Natürlich ist es nie ganz dasselbe: die Zutaten, die Düfte, die Luft… in Sizilien schmeckt alles anders. Aber die Gerichte unserer Tradition zu kochen, lässt uns unserer Heimat ein Stück näher fühlen.
Unsere Freunde bitten uns oft, etwas Typisches zuzubereiten, deshalb haben wir beschlossen, auch mit unseren Gästen zwei Zubereitungen zu teilen, die für uns eine besondere Bedeutung haben: die Iris und die Ravazzate.
Die Iris mit Ricotta haben in unserer Version einen Teig, der dem der Calzoni ähnelt (sie können frittiert oder im Ofen gebacken werden) und enthalten eine Füllung aus süßer Ricotta, die immer mitgegart wird. Diese Zubereitung folgt einem historischen Familienrezept. Da ich aus Trapani stamme und er aus Palermo, vereint dieses Gericht die Traditionen von uns beiden. Sobald sie fertig sind, sehen die Iris aus wie kleine, mit Puderzucker bestäubte Wolken – ein kleines Paradies, verborgen in einer Kugel.
Die Ravazzate sind für uns eine wertvolle Erinnerung an die Geburtstagsfeiern unserer Kindheit, als die sizilianische Rosticceria der Star jeder Feier war.
Die klassischen Varianten sind mit Fleisch gefüllt, genau wie diejenigen, die unsere Großeltern immer gegessen haben: damals beschränkte sich die Rosticceria auf wenige Spezialitäten, und die Ravazzate gehörten zu den beliebtesten, während Arancini und andere typische Gerichte erst später hinzukamen.
Heute werden Ravazzate mit vielen verschiedenen Zutaten zubereitet, aber wir bevorzugen es, die Tradition lebendig zu halten, indem wir die klassischen Versionen herstellen, denn sie sind die authentischsten und besonderssten, die wirklich die Geschichte und die Aromen unserer Heimat erzählen.
Der Teig bleibt immer weich und zart, wodurch die Ravazzate zu einem typischen und sehr geschätzten Produkt der sizilianischen Küche werden.

Turin zwischen Geschichte, Kunst und typischen Genüssen
Turin, die Hauptstadt des Piemont, ist eine Stadt von faszinierendem und zeitlosem Charme. Am Fuße der Alpen gelegen und vom Fluss Po durchzogen, begeistert sie alle Besucher mit ihrer aristokratischen Architektur, ihren historischen Denkmälern und den weiten Plätzen.
Im Jahr 1861 wurde sie zur ersten Hauptstadt des Königreichs Italien gewählt, eine Rolle, die einen tiefen Einfluss auf ihre Identität hinterlassen hat. Trotz der Jahre hat Turin seinen Charme bewahrt: Beim Spaziergang durch die Straßen scheint die Zeit fast stillzustehen.
Die Stadt bietet ein umfassendes Erlebnis aus jeder Perspektive. Sie beherbergt Museen von internationaler Bedeutung, wie das Ägyptische Museum (das zweitgrößte der Welt nach dem in Kairo), das Nationale Filmmuseum, untergebracht in der berühmten Mole Antonelliana, und das Nationale Museum des Italienischen Risorgimento, das die entscheidenden Stationen der nationalen Einheit erzählt.
Doch Turin ist nicht nur Kultur: Die Stadt ist auch grün, mit zahlreichen Parks, in denen man sich entspannen und die Aussicht genießen kann, wie im romantischen Parco del Valentino. Nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt, lohnt ein Besuch der majestätischen Basilika von Superga, von der aus man einen atemberaubenden Blick über Turin hat.
Neben ihrer Architektur und ihrem historischen Erbe ist Turin auch ein gastronomischer Bezugspunkt Italiens. Die piemontesische Küche bietet eine große Vielfalt an Köstlichkeiten. Von Agnolotti del plin, Tajarin, Bollito misto, Gianduiotti bis hin zum unverwechselbaren Bicerin – in Turin hast du die Gelegenheit, dich auf eine kulinarische Reise zu begeben und die typischen Aromen der regionalen Tradition zu entdecken.



