

In ein paar Wochen ist Ostern, ein besonderer Anlass, den man mit Familie und Freunden bei gutem Essen verbringen sollte. Es ist der perfekte Moment, um die traditionellen Geschmäcker wiederzuentdecken, die einem ein Gefühl von Zuhause geben. Nachdem wir Ihnen das Rezept für köstliche Osterkringel und eine rustikale Ciaccia mit Ciccioli vorgestellt haben, präsentieren wir Ihnen heute zusammen mit der Cesarina Anna aus San Quirico d’Orcia ein weiteres perfektes Rezept, um dieses Fest zu feiern. Es handelt sich um ein spezielles Rezept aus der apulischen Tradition: die Dormenti, ein altes Gebäck, das seit Jahrhunderten ausschließlich in Ginosa, Provinz Tarent, zubereitet wird. Es scheint keine offiziellen Dokumente zu geben, die seinen Ursprung bestätigen, noch schriftliche Rezepte, die die Zubereitung beschreiben, die mündlich von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Cesarina Anna enthüllt: „Alles wird von Mutter zu Tochter weitergegeben. In meiner Familie zum Beispiel war es meine Großmutter, die mir dieses wertvolle mündliche Erbe hinterlassen hat, das ich lange sorgfältig bewahrt habe und das ich nun weitergeben und teilen möchte.“
Ursprünglich wurde dieses Gebäck zu den Osterfeiertagen zubereitet (vielleicht weil es ein zuckerarmes Gebäck ist und gut zur katholischen Abstinenz in der Karwoche passte), aber mit der Zeit ging die Tradition fast verloren, vielleicht auch wegen fehlender schriftlicher Rezepte.
Der Name „Dormenti“ stammt von den langen Gehzeiten, in denen der Teig ruhen gelassen wird, als würde er schlafen.

Dormienti
Ein uralter Osterkuchen aus Ginosa mit langer Gärzeit
Zutaten
- 1 kg Mehl 00 (1/2 normales und 1/2 Maiorca-Mehl)
- 1 Päckchen Hefe oder ein 150 g Stück
- 150 g Olivenöl
- 200 g Zucker
- 4 Eier
- 25 g Milch
- Schale von 1 Zitrone
- Zimt nach Geschmack
- 40 g Anissamen
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Die Eier mit Zucker und Öl vermengen und beiseite stellen.
- Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde formen.
- Dann Zitronenschale, Zimt, Anis und eine Prise Salz hinzufügen und alles gut kneten.
- Den Eiermix zum Mehl geben und die Hefe, aufgelöst in 25 g lauwarmer Milch, hinzufügen.
- Eine Kugel formen, bei Bedarf etwas Milch hinzufügen und einen weichen, leicht klebrigen Teig erhalten.
- Den Teig in einen großen Behälter mit Deckel geben und an einem warmen Ort, eingewickelt in eine Decke, ruhen lassen (wie es die Großmütter taten).
- 15 Stunden gehen lassen.
- Nach der Ruhezeit den Teig bearbeiten und Kugeln von je 50 g formen.
- Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, Abstand lassen, abdecken und 1 Stunde gehen lassen.
- Bei 180°C ca. 30 Minuten backen, bis sie schön goldbraun sind.