

In wenigen Tagen beginnt der Altweibersommer, jene Herbstperiode, die meist von schönem Wetter und höheren Temperaturen als üblich geprägt ist. Es handelt sich um eine kurze Phase, denn – wie das Sprichwort sagt – „der Altweibersommer dauert drei Tage und ein bisschen“, doch es ist eine Zeit voller Freude und Unbeschwertheit, mit Festen und Märkten in ganz Italien, wo man geröstete Kastanien genießt und die Fässer öffnet, um den jungen Wein zu probieren… schließlich könnte es zum Fest des heiligen Martin nicht anders sein, „wenn jeder Most zu Wein wird“!

Um diese Tage zu feiern, hat unsere Cesarina Francesca aus Bagheria ihr Rezept mit uns geteilt, um das klassischste Gebäck dieser Zeit zuzubereiten: die San-Martino-Kekse.

San-Martino-Kekse
Typische sizilianische Süßigkeiten zum 11. November mit dem Duft von Anis und Zimt
Zutaten
- Für den Teig (ca. 15 Kekse):
- 500 g Mehl Typ 00
- 100 g Zucker
- 1 Esslöffel Zimt
- 1 Esslöffel Anis- oder Fenchelsamen
- 25 g frische Hefe
- 170 ml lauwarmes Wasser
- 30 ml Marsala
- 120 g Schweineschmalz
- 1 Prise Salz
Für die Tränke:- 100 ml Wasser
- 30 ml Marsala
- 60 g Zucker
Für die Ricottacreme:- 500 g Ricotta
- 150 g Zucker
- 100 g Zartbitterschokotropfen
- Puderzucker und Zimt zum Dekorieren
Zubereitung
Für die Creme:
- Die Ricotta über Nacht abtropfen lassen; am nächsten Tag durch ein Sieb streichen und Zucker sowie Schokotropfen hinzufügen.
- Im Kühlschrank ruhen lassen.
Für den Teig:
- In eine Küchenmaschine das gesiebte Mehl, Zucker, Schmalz, Salz und Fenchelsamen geben. Mixen, bis das Schmalz krümelig ist. Anschließend die in lauwarmem Wasser aufgelöste Hefe und den Marsala hinzufügen.
- Kneten, bis ein weicher Teig entsteht, dann an einem warmen Ort gehen lassen.
- Sobald der Teig aufgegangen ist, auf eine Arbeitsfläche legen, mit den Händen bearbeiten und in 50-g-Portionen teilen.
- Kugeln formen, auf ein Blech setzen und mit Abstand zueinander gehen lassen, bis sie ihr Volumen verdoppelt haben.
- Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
Für die Tränke:
- In einem kleinen Topf Wasser und Zucker zum Kochen bringen.
- Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und dann den Marsala hinzufügen.
Fertigstellung:
- Die Oberseite der Kekse mit einem scharfen Messer einschneiden und abheben. Die Deckel beiseitelegen.
- Das Innere leicht aushöhlen und mit der Tränke beträufeln.
- Die Ricotta in einen Spritzbeutel füllen und die Kekse damit füllen.
- Mit dem leicht getränkten Deckel verschließen.
- Die Oberfläche großzügig mit Puderzucker und Zimt bestäuben.
Die Legende des heiligen Martin
Martin von Tours war ein römischer Soldat, der in Gallien stationiert war. Als er an einem regnerischen Tag nach Hause zurückkehrte, begegnete er einem Bettler ohne Kleidung, der vor Kälte zitterte. Von diesem Anblick bewegt, teilte der Soldat seinen Mantel und schenkte einen Teil dem frierenden Mann. Wie durch ein Wunder ließ der Sturm plötzlich nach und der Himmel klarte auf. In derselben Nacht träumte Martin von diesem Bettler. Im Traum dankte ihm der arme Mann für die Gabe und offenbarte seine wahre Identität: Es war Jesus Christus selbst. Tief erschüttert legte Martin die Waffen nieder, konvertierte zum Christentum und begann zu reisen, um das Wort zu verbreiten: Nicht zufällig ist der heilige Martin der Schutzpatron der Pilger. 371 n. Chr. wurde er zum Bischof von Tours ernannt; er starb am 8. November 397, doch das Begräbnis dauerte drei Tage – deshalb wird der Martinstag am 11. November gefeiert.

Der Altweibersommer in Italien und im Ausland
In Italien wird der Martinstag besonders in Venedig gefeiert, wo Kinder durch die Gassen ziehen, Reime singen und Passanten um Geld bitten, um Süßigkeiten zu kaufen. Doch dieser Tag wird auch in anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Österreich begangen. In den англischsprachigen Ländern ist diese Zeit des Jahres als Indian Summer bekannt.
