

Die Rückkehr von einem Ausflug ist bekanntlich immer etwas traumatisch, besonders nach dem Besuch von Städten voller Geschichte und Kultur. Was gibt es Besseres, als die Erinnerungen und Geschmäcker der Reise wieder aufleben zu lassen, als ein traditionelles Gericht zuzubereiten, das man vor Ort probiert hat?
Unsere Cesarina Cristina aus Rom hat mit uns das Rezept für Tonnarelli alla gricia geteilt, ein Gericht mit authentischem Geschmack, das jeden in die Gassen und Plätze der Hauptstadt zurückversetzt.

Tonnarelli alla gricia
Ein zeitloser römischer Klassiker
Zutaten
- 100 g Tonnarelli
- 50 g Guanciale
- 50 g Pecorino Romano
- Schwarzer Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
- Einen Topf mit kaltem Wasser zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit den Guanciale in Streifen schneiden und bei sehr niedriger Hitze in einer beschichteten Pfanne garen. Der Guanciale sollte „schwitzen“, also sein Fett freisetzen und dabei knusprig bleiben.
- Den knusprigen Guanciale herausnehmen und warm halten; das Fett in der Pfanne belassen.
- Die Pasta im gesalzenen Wasser al dente kochen, abgießen und in der Pfanne mit dem Guanciale-Fett fertig garen (bei Bedarf etwas Nudelwasser hinzufügen).
- Vom Herd nehmen, Pecorino und knusprigen Guanciale hinzufügen und cremig verrühren.
Die Ursprünge der Pasta alla gricia
Die Pasta alla gricia hat alte Wurzeln und gilt als Vorläufer der Amatriciana, da sie dieselben Grundzutaten hat, jedoch ohne Tomate. Einer der gängigsten Theorien zufolge stammt das Gericht aus Grisciano, einem Ortsteil von Accumoli in der Provinz Rieti. Eine andere Theorie verbindet den Namen mit dem Wort „gricio“, das in Rom die Verkäufer von Brot und Lebensmitteln bezeichnete, viele aus dem Schweizer Kanton Graubünden. Die Rezeptur entstand vermutlich bei den Hirten des zentralen Apennins, die auf der Transhumanz leicht haltbare Lebensmittel wie getrocknete Pasta, Guanciale, Pecorino und Pfeffer mitnahmen.
Weitere traditionelle römische Gerichte, die Zutaten und Philosophie mit der Gricia teilen, sind die Carbonara, die Ei hinzufügt, und die Amatriciana, die Tomaten einführt. Auch Cacio e Pepe hat viel mit Gricia gemeinsam: Pecorino und Pfeffer, aber ohne Guanciale. Alle diese Gerichte bestehen aus wenigen einfachen Zutaten, haben aber intensiven Geschmack – typisch für die einfache Küche Latiums.
Die Gricia passt perfekt zu typischen Beilagen der römischen Küche wie Artischocken alla giudia, Puntarelle alla Romana oder gebratener Chicorée, deren leicht bitterer Geschmack den salzigen Guanciale und Pecorino ausgleicht.
